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Die De-Mail der Deutschen Telekom im Detail

Vor wenigen Wochen erschien der Artikel De-Mail und E-Postbrief – Eine Übersicht, in welchem der Sinn und Zweck der De-Mail und des E-Postbriefs näher erläutert wurde. In diesem Artikel möchte ich nun im Detail auf das De-Mail-Produkt der Deutschen Telekom eingehen.

Wie im obig verlinkten Artikel bereits näher beschrieben, gibt es zurzeit in Deutschland vier Dienstleister, die nach dem De-Mail-Gesetz akkreditiert sind. Einer davon ist die Telekom Deutschland GmbH (Übersicht: Akkreditierte De-Mail Diensteanbieter).

Anmeldung

Die Registrierung zur De-Mail erfolgt – wie auf der Homepage des Anbieters auch beschrieben – in drei einfachen Schritten:

  1. Melden Sie sich auf der Homepage der Deutschen Telekom für die De-Mail an. Hierbei ist zu beachten, dass Nicht-Telekom-Kunden in diesem Schritt insgesamt zwei Accounts anlegen. Einen Telekom-Account und einen De-Mail-Account. Unschön aber leider notwendig.
  2. Im zweiten Schritt sichern Sie sich Ihre De-Mail-Adresse. Diese setzt sich immer aus Ihrem Namen und anschließend der Endung @t-online.de-mail.de zusammen.

    Beispiel: Max [dot] Mustermann [at] t-online [dot] de-mail [dot] de

    Viele von Ihnen werden – wie ich auch – sicherlich etwas Zeit benötigen, um sich diese doch etwas kryptisch anmutende E-Mail-Adresse zu merken. Ist die Kombination Ihres Vor- und Nachnamens bei der Deutschen Telekom als De-Mail-Adresse bereits vergeben, hängt das System automatisch eine laufende Nummer an Ihren Namen an.

    Beispiel: Max [dot] Mustermann [dot] 2 [at] t-online [dot] de-mail [dot] de

  3. Im letzten Schritt folgt die Identifizierung. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorschriften müssen Sie sich entweder mit dem neuen Personalausweis, im Telekom Shop oder bei einem der Telekom Identpartner (z.B. Hermes) identifizieren.
Hinweis: Bitte beachten Sie unbedingt, dass das Formular für die Identifikationsprüfung ordnungsgemäß ausgefüllt ist. Ansonsten erhalten Sie innerhalb einer Woche eine Rückmeldung, dass das De-Mail Konto nicht eingerichtet werden konnte. In meinem Fall waren im Feld zur Unterschrift zwei Unterschriften eingetragen. Eine durchgestrichene und eine nicht durchgestrichene Unterschrift. Dies wurde von der Telekom nicht akzeptiert und ich musste mich im Telekom Shop erneut identifizieren.

Die Verarbeitung der Identifikationsprüfung nimmt etwas Zeit in Anspruch. Alle meine Briefe hatten zwar als Datum das Tagesdatum meines Besuchs im Telekom Shop aufgedruckt, der Versand erfolgte aber erst einige Tage später. So erhielt ich die Bestätigung meiner Identifikation vom 10.04.2013 am 15.04.2013. Das zur Anmeldung benötigte Passwort kam allerdings erst am 22.04.2013 an.

Bedeutet konkret: Vom Zeitpunkt meiner Identifizierung im Telekom Shop bis zum erstmaligen Login zur De-Mail vergingen 12 Tage, also knapp 2 Wochen. Hier besteht definitiv noch Verbesserungsbedarf!

Oberfläche und Kommunikation

Sobald die erste Anmeldung am eigenen De-Mail-Konto erfolgreich vollzogen wurde, findet man sich in einer sehr übersichtlichen und aufgeräumten Weboberfläche wieder.

Hier sei angemerkt, dass der Anwender seine De-Mails aufgrund der Sicherheitsrichtlinien des De-Mail-Gesetzes nur über die Weboberfläche abrufen kann. Das heißt, eine Integration in den persönlichen E-Mail-Client wie Thunderbird oder Outlook ist nicht möglich.

Eine Kommunikation ist grundsätzlich nur von De-Mail zu De-Mail möglich. Versuchen Sie beispielsweise eine De-Mail an eine Nicht-De-Mail-Adresse zu versenden, dann bleibt die E-Mail im Postausgang stecken (auch hier besteht noch Verbesserungsbedarf). Senden Sie Ihre Nachricht hingegen an eine nicht existierende De-Mail-Adresse, dann erfahren Sie dies erst einige Minuten später durch eine Fehlerbenachrichtigung im Posteingang.

Kosten

Im Gegensatz zur herkömmlichen E-Mail ist die De-Mail nicht kostenlos. Da viele Anbieter, unter anderem die Deutsche Telekom, aber zurzeit große Probleme beim Verkauf des Produkts haben, gibt es größere Rabattaktionen. So bietet die Telekom die De-Mail bis einschließlich 30.06.2013 vollständig kostenlos an. Nach diesem Zeitraum hat jeder Anwender noch ein Freikontingent von monatlich drei De-Mails. Danach ist folgendes Preismodell angedacht:

  • Standard De-Mail: 0,39 €
  • Versandoption „Einschreiben“: 0,39 €
  • Versandoption „Persönlich/Vertraulich“: 0,12 €
  • Versandoption „Absenderbestätigt“: 0,12 €

Funktionsumfang

Der im De-Mail-Konto zu findende Funktionsumfang scheint im Vergleich zum E-Postbrief fast lächerlich. So sind neben der Basisfunktionalitäten zur E-Mail-Kommunikation nur folgende weitere Features zu finden:

  • Pseudonym anlegen. Zusätzlich zur De-Mail-Adresse mit dem echten und vollständigen Namen ist es möglich, eine De-Mail-Adresse mit Pseudonym anzulegen. Dadurch soll die Zuordnung von Daten zu einer Person und somit die Erstellung eines Persönlichkeitsprofils verhindert oder zumindest erschwert werden.
  • Eintrag im De-Mail-Verzeichnis. Mit dieser Funktion kann man sich in das „Telefonbuch“ der De-Mail-Nutzer eintragen.
  • De-Mail-Benachrichtigung. Sehr nützlich um sich auf seiner „normalen“ E-Mail-Adresse über neue Nachrichten im De-Mail-Postfach informieren zu lassen. Eine Benachrichtigung via SMS ist leider nicht möglich. Auf Nachfrage bei der Telekom teilte man mir mit, dass dies zwar bereits diskutiert wurde, eine Umsetzung aber in nächster Zeit nicht geplant ist.
  • Nachsendeauftrag. Falls man stolzer Besitzer mehrerer De-Mail-Adressen ist, kann man seine De-Mails an eine andere De-Mail-Adresse weiterleiten.
  • Schadsoftwareuntersuchung. Was sich hinter dieser Funktion versteckt, darüber hüllt sich das Unternehmen in Schweigen. Es wird in der Weboberfläche zwar auf die Hilfe verwiesen, diese ist allerdings ohne Inhalt.

An dieser Stelle muss noch angemerkt werden, dass viele der oben genannten Features erst genutzt werden können, wenn als Authentisierungsniveau Hoch gewählt wurde. Das bedeutet, dass man sich neben seinem Benutzernamen + Passwort auch noch zusätzlich mittels MobileTAN oder dem neuen Personalausweis bei jeder Anmeldung am De-Mail-Konto identifizieren muss.

Fazit

Mir entzieht sich der Nutzen der De-Mail bis dato noch jeder Sinnhaftigkeit, da kaum jemand diesen Dienst nutzt. Mein Versuch irgendeine De-Mail-Adresse eines bekannten Unternehmens im „Telefonbuch“ zu finden scheiterte kläglich. Sogar die von der Telekom stark umworbenen Partnerfirmen zur De-Mail wie HUK24 oder TargoBank konnten nicht im Verzeichnis gefunden werden.

Eine sinnvolle Nutzung, unter anderem für Kündigungen bei seinem Strom -oder Internetanbieter, scheint mir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gegeben. Was allerdings bereits sinnvoll sein kann: Sich eine De-Mail-Adresse mit dem eigenen Namen sichern. Sicher ist sicher.

Veröffentlicht von Josef Seidl

Josef Seidl hat an der TU München und der Stanford University Wirtschaftsinformatik studiert, bevor er mit INNOSPOT sein eigenes Unternehmen gründete. Er ist begeistert von Technik, schätzt performante Webseiten und ist gerne in den Bergen unterwegs. Zu finden ist er auch bei LinkedIn und privat bei Twitter.

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