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De-Mail und E-Postbrief – Eine Übersicht

Die Begriffe De-Mail und E-Postbrief sind in aller Munde. Ständig stößt man auf Plakatwänden oder im Internet auf Werbung für diese Produkte. Aber was verbirgt sich eigentlichen hinter diesen Begriffen? Dieser Artikel soll Licht in den Schatten dieser neuen Kommunikationswege bringen und zeigt, wie Sie davon profitieren können.

Sinn und Zweck

Den altmodischen Brief mit Umschlag und Papier kennt jeder von Ihnen. Die neumodische Alternative mit dem Namen E-Mail sicherlich auch. Das Problem dabei: Die E-Mail stellt keine vollständige Alternative zum Brief dar. Der Grund ist ganz einfach: In der Regel erfüllen elektronische Nachrichten via E-Mail nicht die Anforderungen an die notwendige Vertraulichkeit, Authentizität und Integrität. In einfachen Worten: Die klassische E-Mail-Kommunikation ist nach wie vor nicht rechtssicher, weshalb Sie bis jetzt immer noch keine Kündigungen per E-Mail einreichen können.

Ein gemeinsames Ziel – Zwei Lösungen

Das Ziel, welches sowohl die De-Mail als auch der E-Postbrief verfolgen, ist identisch: Man möchte eine elektronische Lösung als Pendant zur klassischen Briefpost etablieren. Das Ziel wird allerdings auf zwei verschiedenen Wegen erreicht.

Die De-Mail

Am 3. Mai 2011 trat das von der Bundesregierung im Rahmen des Modernisierungsprogramms „Vernetzte und transparente Verwaltung“ verabschiedete De-Mail-Gesetz in Kraft. Dieses regelt den zuverlässigen und vor Veränderungen geschützten und sicheren Versand von Nachrichten und Dokumenten über den elektronischen Nachrichtenweg. Um die im Gesetz festgelegten Bestimmungen einzuhalten, muss jeder De-Mail-Dienstanbieter vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik akkreditiert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt haben in Deutschland bereits vier Dienstleister diese Akkreditierung erhalten. Eine aktuelle Übersicht finden Sie hier: Akkreditierte De-Mail Diensteanbieter

Der E-Postbrief

Im Gegensatz zur De-Mail ist der E-Postbrief keine Initiative des Bundes, sondern der Deutschen Post. Diese befürchtete, dass auf kurz oder lang der klassische Briefverkehr per Post durch den Nachrichtenverkehr auf elektronischem Weg ersetzt wird. Aus diesem Grund hat man bereits im Jahre 2010, also ein Jahr vor dem Inkrafttreten des De-Mail-Gesetzes, den E-Postbrief auf den Markt gebracht. Folglich wurde der E-Postbrief auch nicht nach dem De-Mail-Gesetz zertifiziert.

Die Anmeldung

Um die Anforderungen an eine sichere Kommunikation bei den verschiedenen Produkten zu erfüllen, ist in beiden Fällen eine eindeutige Identifizierung des Anwenders notwendig.

Die De-Mail

Bei der De-Mail muss man sich bei dem jeweiligen Dienstleister ausweisen. Wählt man beispielsweise die Telekom als De-Mail-Dienstleister, so kann man seine Identität entweder online mit dem neuen Personalausweis, offline im Telekom Shop oder bei einem der Telekom-Identpartner bestätigen lassen. Ist das gemacht, heißt es erst einmal warten: Laut Stiftung Wartentest vom 29.11.2012 vergingen bei der Telekom insgesamt sieben Tage bis zur Ankunft des Zugangspassworts. Beim Anbieter Franco­typ-Postalia sogar vier Wochen.

Der E-Postbrief

Schneller funktioniert die Identifizierung beim E-Postbrief: Online registrieren unter epost.de, Coupon für das Postident-Verfahren ausdrucken und diesen in der Postfiliale zusammen mit dem Ausweis vorzeigen (Postident Basic). Alternativ können Sie mit dem Postident Comfort die Identifizierung auch direkt bei Ihnen Zuhause durchführen lassen. Im Test von Stiftung Warentest hatten die Nutzer im besten Fall bereits nach vier Stunden Zugriff auf das E-Postbrief-Postfach, im Schnitt lag die Dauer bis zur Freischaltung bei weniger als 24 Stunden.

Die Kosten

Lange Zeit war der Versand von E-Mails kostenlos. Das wird er auch weiterhin bleiben, außer man nutzt die De-Mail-Dienste oder den E-Postbrief. Bei der Deutschen Telekom kostet der Versand einer De-Mail zurzeit 0,39 €. Dabei spielt es keine Rolle wie lange bzw. groß die Mail ist. Größter Nachteil: De-Mails können nur an De-Mail registrierte Empfänger innerhalb Deutschlands versendet werden. Damit fällt also schon ein großer Teil der potentiellen Empfänger weg. Zudem fallen zusätzliche Kosten für die verschiedenen Versandoptionen wie „Einschreiben“, „Persönlich/Vertraulich“ oder „Absenderbestätigung“ an.

Der E-Postbrief kann mit den Kosten der De-Mail in der Standardvariante nicht mithalten. Bei der Zustellung eines E-Postbriefs an eine andere E-Postbrief-Adresse sind die Kosten genau so hoch wie beim Versand eines herkömmlichen Briefs, nämlich zurzeit 0,58 €. Großer Vorteil allerdings: Sollte der Empfänger über keine E-Postbrief-Adresse verfügen, dann wird die E-Mail auf Papier ausgedruckt und auf dem klassischen Weg per Post versandt. Diese Information wird dem Anwender bereits beim Verfassen der E-Mail in der Onlinemaske angezeigt. Zudem ist der Ausdruck bis zu 3 Seiten in Schwarz/Weiß kostenlos. Möchten Sie mehrere Seiten oder in Farbe ausdrucken, wenn der Empfänger keine E-Postbrief-Adresse besitzt, dann fallen hierfür zusätzliche Kosten an (0,10 € pro Seite).

Ziel erreicht?

Kurze Antwort: Bis jetzt noch nicht! Zum aktuellen Zeitpunkt stellt weder der E-Postbrief noch die De-Mail eine rechtssichere Alternative zum Versand von Briefen auf dem klassischen Postweg dar. Beim E-Postbrief urteilte das Landgericht Bonn, dass die Deutsche Post das Produkt nicht mehr als gleichwertig zum klassischen Brief bewerben darf, wodurch eine Kündigung via E-Postbrief zurzeit immer noch nicht rechtssicher möglich ist. So ähnlich verhält es sich bei der De-Mail: Für den rechtssicheren Versand ist aufgrund der Schriftformerfordernis eine eigenhändig erstellte, qualifiziert elektronisch Signatur notwendig, die allerdings bis dato nicht in Kombination mit der De-Mail genutzt werden kann.

Fazit

Ich persönlich sehe momentan noch keine Notwendigkeit die De-Mail zu nutzen. Der Grund: Ich erkennen nur einen sehr geringen Mehrwert, welcher den Aufwand regelmäßig sein De-Mail-Konto zu prüfen, nicht gerechtfertigt. Anders sieht es beim E-Postbrief aus. Durch die Möglichkeit, Briefe einfach per E-Mail zu versenden, spart man sich viel Organisationsaufwand (Briefmarken kaufen, Brief ausdrucken, Brief verpacken, Postkasten finden). Obwohl sich der Preis bei E-Postbrief und Standardbrief nicht unterscheidet, spart man zumindest das Geld für die Anschaffung von Briefpapier und Toner.

Veröffentlicht von Josef Seidl

Josef Seidl hat an der TU München und der Stanford University Wirtschaftsinformatik studiert, bevor er mit INNOSPOT sein eigenes Unternehmen gründete. Er ist begeistert von Technik, schätzt performante Webseiten und ist gerne in den Bergen unterwegs. Zu finden ist er auch bei LinkedIn und privat bei Twitter.

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