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Scrivener – Schreibprogramm für Bachelor- und Masterarbeit

Am Ende des Studiums trifft es (fast) alle Studierende: Das Schreiben der Bachelorarbeit bzw. der Masterarbeit. Viele quälen sich dabei mit Microsoft Word oder Pages für Mac durch. Beides Schreibprogramme, die nur bedingt für längere Texte geeignet sind und zudem auch noch sehr viel Zeit beim Formatieren des Textes verschlingen. Wir stellen Ihnen mit Scrivener heute eine Alternative vor, mit der Sie Ihren Fokus auf das Wesentliche lenken: Den Inhalt.

Das Problem mit Microsoft Word und Co.

Wenn Sie zufällig gerade Ihre Bachelorarbeit schreiben oder früher bereits andere wissenschaftliche Arbeiten oder längere Texte verfasst haben, dann kennen Sie sicherlich das Gefühl, viel zu viel Zeit in die Formatierung des Textes gesteckt zu haben.

Immer wenn ein Absatz geschrieben ist, möchte man am liebsten bereits mit der Formatierung loslegen (was man oft genug auch tatsächlich tut). Wenige Stunden oder Tage später stellt man dann erstaunt fest, dass die Struktur doch noch nicht so optimal war und strukturiert das Dokument inhaltlich wieder um. Im schlimmsten Fall ist dann ein Teil der Formatierung wieder verloren und das Spiel beginnt von vorne. Erschwerend kommt hinzu, dass Schreibprogramme wie z.B. Microsoft Word in puncto Formatierung manchmal Dinge mache, die man auch als versierter Anwender häufig nicht nachvollziehen kann und die Zeit und Geduld kosten.

Da zum Schreiben der Arbeit meistens sowieso viel zu wenig Zeit bleibt bzw. man die Aufgabe einfach lange genug aufgeschoben hat (die Prokrastination lässt grüßen), ist dieses Verhalten umso nerviger und frustrierender. Eine Lösung könnte der Umstieg auf ein alternatives Schreibprogramm wie beispielsweise Scrivener sein.

Scrivener – Die Alternative zu Microsoft Word und Co. für die Bachelor- und Masterarbeit

Die gute Nachricht gleich vorneweg: Scrivener gibt es sowohl für Microsoft Windows als auch für Mac OS X in deutscher Sprache. Die nicht ganz so gute Nachricht: Die Software ist – genauso wie die Konkurrenzprodukte – leider nicht kostenlos und man wird mit knapp 30 Euro (Education Lizenz!) zur Kasse gebeten, was – so viel können wir schon mal verraten – angesichts des Funktionsumfangs aber ein durchaus fairer Preis ist.

Für Mac OS X gibt es das Schreibprogramm Scrivener auch im Mac App Store:

Scrivener im Mac App Store kaufen

Falls Sie die Software vorher gerne testen möchten, steht eine 30 Tage Testversion zum Download auf der Webseite des Herstellers bereit.

Scrivener ist ursprünglich für Buch- und Drehbuchautoren konzipiert und deshalb auf die Generierung von sehr langen Inhalten und komplexen Strukturen optimiert. Hierbei soll stets der Inhalt und nicht die Formatierung im Vordergrund stehen, worauf wir später noch genauer eingehen werden.

Wer Interesse daran hat zu erfahren, welche Autoren Scrivener professionell einsetzen, der sollte mal einen kurzen Blick auf folgende Seite werfen: Scrivener Testimonials

Die Einarbeitung in Scrivener – Der Umstieg

Eines der häufigsten Argumente gegen den Umstieg auf eine neue Software, obwohl diese vielleicht offensichtlich ganz klare Vorteile bietet, ist die lange und aufwändige Einarbeitungszeit.

Ja, diese hat man bei jedem neuen Stück Software. Allerdings hat man bei der Entwicklung von Scrivener versucht, diese Eingewöhnungsphase möglichst kurz zu halten, indem man u.a. im Hauptfenster nur die wichtigsten Funktionen im Vordergrund platziert hat. Anfänger können – rein theoretisch – unmittelbar nach dem Start der Software mit dem Schreiben der Bachelor- oder Masterarbeit beginnen. Wem das zu schnell geht – so wie uns – der kann sich zuerst durch das mitgelieferte interaktive Tutorial (leider nur in englischer Sprache) lesen und sich die wichtigsten Funktionen (nicht alle!) innerhalb von ein paar Stunden aneignen.

Dem interaktiven Tutorial können wir nur unser größtes Lob aussprechen. Es ist sehr strukturiert aufgebaut, Schritt-für-Schritt an jeder Stelle ausführlich und verständlich geschrieben und ab und an sogar recht unterhaltsam. Zusätzlich liegt dem Schreibprogramm noch ein sehr ausführliches Benutzerhandbuch (ebenfalls in Englisch) bei, dass (fast) keine Wünsche offen lässt.

Die Funktionen im Überblick

An dieser Stelle alle Funktionen der Software zu erklären wäre vermessen, denn die Software kann mit einem sehr großen Funktionsumfang glänzen, weshalb wir Ihnen nur die wichtigsten Features – auch im Bezug auf die Bachelor- und Mastarbeit – aufzeigen.

Hauptfenster – Die Schaltzentrale der täglichen Arbeit

Im Hauptfenster haben Sie links stets die aktuelle Struktur Ihrer Arbeit im Blick. Mit ein paar einfachen Klicks lassen sich Kapitel ändern, verschieben, löschen oder kopieren. Der rechte Bereich des Fensters ist überwiegend dem Editor gewidmet, wo der eigentliche Text geschrieben wird und einzelne Formatierungen anhand des WYSIWYG-Editors vorgenommen werden können.

Ablenkungsfreies Schreiben -Texteditor im Redaktionsmodus

Vielleicht kennen Sie diese Funktion aus anderen Softwareprodukten wie beispielsweise Byword unter Mac OS X. Mithilfe des sogenannten Redaktionsmodus in Scrivener können Sie alle störenden Elemente ausblenden und sich vollständig auf den eigentlichen Inhalt konzentrieren (ablenkungsfreies Schreiben).

Materialsammler – Alle Quellen, Texte, Internetseiten, Audio, Video, etc. an einer zentralen Stelle

In der sogenannten Mappe im linken Bereich des Hauptfensters gibt es einen Ordner mit dem Namen „Research“. In diesen Ordner können Sie die unterschiedlichsten Medien ablegen, was Ihnen die Verwaltung Ihrer gesamten Quellen an einem zentralen Ort ermöglicht. Damit ersparen Sie sich eine separate Ordnerstruktur auf Ihrer Festplatte und häufig auch viel Zeit, die ansonsten beim Suchen der Dokumente verloren gehen würde. Auch Internetseiten können dort direkt mit dem jeweiligen Link abgelegt werden, weshalb Browser-Lesezeichen mit Bezug zu Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit bald der Vergangenheit angehören.

Gliederung – Das Projektmanagement für die Bachelorarbeit

Im Hauptfenster von Scrivener kann insgesamt zwischen drei verschiedenen Ansichten gewählt werden. Im Standard wird die Ansicht „Scrivenings“ angezeigt, welche den Editor enthält und im Bildschirmfoto bei der vorherigen Beschreibung des Hauptfensters aktiv ist. Neben dem eigentlichen Editor gibt es noch eine Ansicht für die Pinnwand und die Gliederung. Letztere Ansicht wird im Bildschirmfoto oberhalb dieses Absatzes gezeigt und gibt einen Überblick über den aktuellen „Projektstatus“. Man kann beispielsweise für die einzelnen Kapitel Ziele mit unterschiedlichen Zieltypen (Wörter, Zeichen) definieren. Des Weiteren kann man jedes einzelne Kapitel und Unterkapitel mit einem Label und einem Status versehen, womit man stets den Überblick über den aktuellen Projekt- und Bearbeitungsstatus erhält.

Snapshots – Änderungen nachverfolgen und rückgängig machen

Möchten Sie umfangreichere Änderungen an einem Text durchführen, dann bietet sich die Snapshot-Funktion von Scrivener an. Mit nur einem Klick kann von der aktuellen Version ein Snapshot erstellt werden, welcher anschließend mit einer früheren Version oder mit dem aktuellen Originaltext verglichen werden kann.

Automatisches Backup – Die Arbeit zu jederzeit gesichert

Damit Ihnen Ihr wertvoll erarbeiteter Text auch bei größeren technischen Problemen nicht verloren geht, liefert Scrivener eine sehr umfangreiche Backup-Funktion mit. Im Standard wird beispielsweise der Text automatisch in der aktuellen Scrivener-Datei gespeichert und über die Einstellungen kann zusätzlich ein Sicherungsort (auch Dropbox) definiert werden, wo eine Sicherungskopie Ihres aktuellen Projekts abgelegt wird.

Scrivener – Das All-In-One Wunder?

Zu Beginn waren wir von Scrivener grenzenlos begeistert, da wir auf Anhieb keine offensichtlichen Schwächen der Software finden konnten. Als wir allerdings die erste Arbeit fertigstellten, entpuppten sich nach und nach einige Schwächen die aber nicht auf Scrivener selbst, sondern das dahinterliegende Konzept und die Ziele des Produkts zurückzuführen sind.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Software für Buch- und Drehbuchautoren konzipiert, die in der Regel nicht auf aufwändige Formatierungen angewiesen sind. Der Grund hierfür ist recht einfach: Die Autoren liefern die Struktur + Inhalt und der Verlag kümmert sich um das Layout und Format. Scrivener dient hierbei als Schreibtool primär dem Autor, der jedoch auch ein paar Formatierungen vornehmen kann. Die letztliche Formatierung geschieht aber in sogenannten Word Processors.

Scrivener ist also ein Schreibtool mit begrenzten Formatierungsmöglichkeiten. Diese Beschränkung zeigt sich vor allem in folgenden Bereichen:

  • Inhaltsverzeichnisse (Table of Content: TOC) sind nur aufwendig zu realisieren
  • Abbildungsverzeichnisse können nicht generiert werden
  • Die Formatierung von Quellenauszeichnungen ist kaum möglich
  • Ein Literaturverzeichnis kann nicht individuell generiert werden

Doch was bedeutet das nun konkret? Letztlich muss die Bachelor- oder Masterarbeit aus Scrivener beispielsweise als rft-, OpenOffice-, oder Microsoft Word-Datei exportiert und in einem typischen Word Processor (wie beispielsweise auch Microsoft Word) final formatiert werden. Dieser letzte Schritt ist zwar aufwändig aber leider unumgänglich.

Der Vorteil aber bleibt: Sie kümmern sich nur einmal um die Formatierung des Dokuments, nämlich ganz am Ende, wenn die Arbeit inhaltlich bereits fertig ist! Vorher laufen Sie gar nicht erst Gefahr irgendwelche Formatierungsarbeiten durchzuführen, weil diese nur sehr eingeschränkt möglich sind.

Hinweis: In einem zukünftigen Artikel werden wir eine Möglichkeit zur Formatierung von aus Scrivener exportierten Dokumenten in einem der bekannten Word Processoren vorstellen.

Literaturempfehlungen

Neben den kostenlosen Video-Tutorials auf der Scrivener-Homepage gibt es auch noch ein paar Bücher bei Amazon (die hoffentlich in bester Manier in Scrivener erstellt wurden), welche den Einstieg und die Arbeit in das Scrivener-Schreibprogramm erleichtern sollen. Eines davon ist beispielsweise:

Scrivener: Romane, Sach- und Drehbücher professionell schreiben
17 Bewertungen
Scrivener: Romane, Sach- und Drehbücher professionell schreiben
  • Christian Fleischhauer
  • Herausgeber: SmartBooks
  • Auflage Nr. 1 (30.10.2014)

Verlosung und Teilnehmerbedingungen

Verlost werden im Zeitraum vom 19. Juli 2014 bis einschließlich 05. August 2014 (24 Uhr) insgesamt zwei Scrivener Lizenzen (Regular Lizenz) für Mac OS X und Windows im Gesamtwert von über 60 Euro ($ 85). Die Teilnahme ist kostenlos und jeder natürlichen Person erlaubt und möglich, die den nachfolgend verlinkten Beitrag auf der Facebook-Seite von Blog IT-Solutions liked und/oder kommentiert:

Update: Das Gewinnspiel ist bereits beendet.

Teilnehmer die den Beitrag sowohl liken als auch kommentieren erhöhen ihre Gewinnchance. Alle Gewinner werden vom Veranstalter Blog IT-Solutions unmittelbar nach Verlosungsende mithilfe der „Glücksfee“ von Fanpage Karma ermittelt. Teilnehmerdaten werden im Rahmen dieser Verlosung auf Facebook nicht erhoben, weshalb eine Gewinnbenachrichtigung üblicherweise erfolgt, indem der Facebook-Username des Gewinners als Kommentar unter dem Gewinnspielposting bekanntgegeben wird. Sollte sich der Gewinner anschließend innerhalb von 2 Tagen nicht melden, halten wir uns das Recht vor, einen neuen Gewinner aus dem Teilnehmerkreis zu ermitteln.

Fazit

Geht es um den reinen Inhalt der Bachelor- oder Masterarbeit, dann kommt weder Microsoft Word noch Pages an den Funktionsumfang und die Möglichkeiten von Scrivener heran. Kein anderes Schreibprogramm ermöglicht solch eine strukturierte und vor allem auf den Text fokussierte Arbeit. Der große Nachteil allerdings: Für die Formatierung der finalen (Bachelor-)Arbeit ist man auf zusätzliche Software angewiesen, welche den geschriebenen Inhalt in die richtige Form bringt und Inhaltsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis etc. erstellt.

Getestet unter Mac OS X Mavericks 10.9(.4) und Scrivener 2.5

Veröffentlicht von Josef Seidl

Josef Seidl hat an der TU München und der Stanford University Wirtschaftsinformatik studiert, bevor er mit INNOSPOT sein eigenes Unternehmen gründete. Er ist begeistert von Technik, schätzt performante Webseiten und ist gerne in den Bergen unterwegs. Zu finden ist er auch bei LinkedIn und privat bei Twitter.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „Scrivener ist also ein Schreibtool mit begrenzten Formatierungsmöglichkeiten. Diese Beschränkung zeigt sich vor allem in folgenden Bereichen:
    Inhaltsverzeichnisse (Table of Content: TOC) sind nur aufwendig zu realisieren
    Abbildungsverzeichnisse können nicht generiert werden
    Die Formatierung von Quellenauszeichnungen ist kaum möglich
    Ein Literaturverzeichnis kann nicht individuell generiert werden“
    Wo bitte liegt dann der Sinn dieses Programm für Abschlussarbeiten zu verwenden?? Absolut zweckfremd, denn das bekommt Word ohne Probleme hin.

    • Hallo,

      in erster Linie steht doch bei jeder Arbeit weniger die Formatierung als vielmehr der Inhalt im Vordergrund, oder?

      Scrivener bietet dir genau die Möglichkeit dich auf den Inhalt zu fokussieren und beim Schreiben keine unnötige Zeit in die Formatierung zu stecken. Ich weiß nicht welche Erfahrung du schon mit Word gemacht hast, aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass das Schreiben einer Arbeiten mit 50-100 Seiten in Word sehr anstrengend sein kann. Den Großteil der Zeit habe ich nämlich stets mit scrollen und dem formatieren von Elementen verschwendet, die sich verschoben haben, weil die Struktur verändert oder Elemente gelöscht/hinzugefügt wurden.

      Genau diese Probleme treten mit Scrivener nicht auf und zusätzlich bietet dir die Software noch zahlreiche andere Funktionen, die dich beim Schreiben deiner Arbeit unterstützen (siehe Artikel). Das Quellenverzeichnis und Literaturverzeichnis für viele eine große Rolle spielen ist insofern verständlich, weil man es aus Microsoft Word kennt und somit gewohnt ist. Hat man sich allerdings erst mal an den neuen Prozess gewöhnt, dass das Dokument nach Fertigstellung erst noch separat formatiert werden muss, dann wird man die Vorteile der Software schnell erkennen. Im Endeffekt ist es bei Word ja ähnlich: Nachdem der Text fertig geschrieben ist werden erst einmal noch zahlreichen Stunden in die Formatierung des Dokuments gesteckt.

      Viele Grüße
      Josef

      • Ich sag mal so: Wenn man sich vernünftig mit Word beschäftigt, sind Formatierungen damit auch ein Kinderspiel ohne Zeitverschwendung und ohne großartiges Hin- und Hergeschiebe.
        Mit einer guten Formatvorlage zu arbeiten, erleichtert zum Beispiel schon vieles sehr.

        Ich würde also die Zeit lieber in einen vernünftigen WORD/LaTex-Kurs investieren, als mich mit einem neuen Programm rumzuschlagen. Ist mit ziemlicher Sicherheit auch wesentlich nützlicher im späteren Leben, wo es eben bewährte Standardprogramme gibt.

        (kein Inhaltsverzeichnis …. tsstssstssss)

        • Also ein Inhaltverzeichnis geht schon – und man kann die Export-Templates anpassen. Also geht auch das Formatieren. Und bzgl. Abbildungsverzeichnis: Das klappt ganz gut, wenn man mit den Metatags arbeitet.

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