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Kreditkarte USA auch für Studierende – Eine Empfehlung

Alle Reisenden oder Studierenden im Auslandssemester in den USA stellen sich früher oder später die gleiche Frage: Brauche ich für die USA eine Kreditkarte? Wenn ja, welche Kreditkarte sollte ich bevorzugen? Dieser Artikel liefert Ihnen grundlegende Informationen zum Thema, beschreibt auf was Sie beim Abschluss einer Kreditkarte achten müssen und gibt Ihnen weitere, wertvolle Tipps und eine Empfehlung an die Hand.

Kreditkarten sind in den USA das meist genutzte Zahlungsmittel. Besitzt in Deutschland im Jahre 2013 nur jeder Zweite, also etwa 50 % der Bevölkerung, eine Kreditkarte (Quelle: Statista), so finden sich in den USA nur Bürger ohne Kreditkarte, die nicht kreditwürdig sind. De facto wird man an manchen Orten auch etwas irritiert angesehen, wenn man größere Beträge (ab ca. $ 20) nicht mit der Kreditkarte bezahlt.

Basiswissen zur Kreditkarte

Der Begriff der Kreditkarte wird international leider nicht standardisiert verwendet. So finden sich in Deutschland auch andere Kartentypen wie Debitkarten oder Prepaidkarten unter diesem Begriff. Die USA hingegen unterscheiden stark zwischen Kreditkarten und Debitkarten. Allerdings hat dies auf die tägliche Nutzung der jeweiligen Karte keinen Einfluss, da in den USA fast immer die Zahlungsoption Credit/Debit angeboten wird. Folglich macht es auch keinen Unterschied, welchen Kartentyp Sie besitzen.

Unterschied zwischen Kreditkarte, Debitkarte und Prepaidkarte

Bei der „echten Kreditkarte“ erhält der Besitzer von der Bank für einen bestimmten Zeitraum einen Kredit. Das heißt, man bezahlt beispielsweise am Anfang des Monats mit der Kreditkarte und der Betrag wird erst am Anfang des nächsten Monats vom Girokonto abgebucht. Somit wurde Ihnen im Beispiel für 4 Wochen ein Kredit gewährt. Im Unterschied dazu wird Ihnen bei einer Debitkarte kein Kredit gewährt. Meist ist eine solche Karte direkt mit einem Girokonto verbunden, welches mit dem gezahlten Betrag unmittelbar oder innerhalb von wenigen Tagen belastet (debitiert) wird.

Eine weitere Sonderform stellt die Prepaidkarte dar. Wie im Bereich des Mobilfunks auch, können Sie mit dieser Karte über das vorher eingezahlte Guthaben verfügen. Es handelt sich faktisch also um eine Guthabenkarte. Wurde auf die Karte im Voraus nichts eingezahlt, können Sie mit der Karte auch nicht bezahlen. Zudem gibt es noch weitere Sonderformen, auf welche ich an dieser Stelle aber nicht weiter eingehen möchte. 

Visa vs. Mastercard

Da Visa und Mastercard vor allem in Deutschland den größten Marktanteil haben, stellt sich schnell die Frage: Visa oder Mastercard? Kurze Antwort: Egal. Beide Kreditkartenorganisationen werden sowohl in Deutschland als auch in den USA gleichermaßen akzeptiert. Lassen Sie sich an dieser Stelle auch nichts anderes einreden, viele Banken wollen natürlich ihre eigene Kreditkarte möglichst oft verkaufen. Anstatt sich hier im Detail zu verlieren, sollten Sie vielmehr ein Auge auf die Gebühren der jeweiligen Kreditkarte werfen.

Gebühren

Anschaffung und Jahresgebühr

Hier gibt es die unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen. Zum einen gibt es die kostenpflichtigen Kreditkarten, für welche Sie in der Regel jährlich eine festgelegte Gebühr abtreten. Oft werden in diesem Bereich Lockangebote beworben, bei denen Sie im ersten Jahr keine Gebühren zahlen aber dafür in den nächsten Jahren. Sofern Sie gewissenhaft Ihre Verträge beobachten und zeitig kündigen, können Sie hier oft ein Schnäppchen schlagen. Allen anderen ist davon eher abzuraten.

Zum anderen gibt es auch zahlreiche kostenlose Kreditkarten, für die man weder bei der Anschaffung noch jährlich etwas bezahlt. Schnell stellt sich hierbei die Frage, wie sich die jeweiligen Kreditgesellschaften finanzieren. Diese Frage ist durchaus berechtigt und man kann diese auch schnell beantworten: Irgendwo gibt es einen mehr oder weniger großen Haken an der Geschichte.

Auslandseinsatzgebühren

Dieser Punkt ist vor allem für die USA von großer Bedeutung. Viele Kreditinstitute verlangen vom Kunden eine Auslandseinsatzgebühr in unterschiedlicher Höhe. Diese beträgt in der Regel zwischen 1 % und 3 % und wird bei jeder Zahlung mit der Kreditkarte fällig. Da Sie in den USA wahrscheinlich sehr oft mit der Kreditkarte zahlen werden, sei Ihnen empfohlen, hier unbedingt ein Produkt zu wählen, bei dem keine Auslandseinsatzgebühr fällig wird.

Rechenbeispiel: Ein Student ist für ein halbes Jahr in den USA im Auslandsstudium und belastet seine Kreditkarte monatlich mit 1.500 Euro (was für die USA durchaus realistisch ist). Nach 6 Monaten hätte er bei 2 % Auslandseinsatzgebühr bereits 180 Euro an Gebühren an die Bank bezahlt.

Bargeldabhebungen

Im Vergleich zur Auslandseinsatzgebühr ist dieser Punkt für die USA eher unwichtig, da Sie in der Regel auch über einen längeren Zeitraum mit einem geringen Bargeldbestand auskommen werden. Trotzdem kann es in einigen Fällen nötig sein, dass Sie sich am Automaten Bargeld auszahlen lassen. In diesem Fall sollten Sie auch diese Kosten berücksichtigen. Manche Banken bieten hier Pauschalbeträge, beispielsweise 5 Euro pro Auszahlung, andere bieten Ihnen den Service kostenlos. 

Achtung: Hier müssen Sie immer stets das Kleingedruckte im Vertrag lesen. Oft ist zwar die Auszahlung selbst kostenlos, die Kreditinstitute belasten Ihnen allerdings den ausgezahlten Betrag mit einem bestimmten Zinssatz, welcher mit der nächsten Monatsabrechnung fällig wird.

Weiterer Tipp: Achten Sie auf Brief- und Geldkurs

Hierbei handelt es sich um eine etwas komplizierte Spielerei des Geldmarktes im Bezug auf den Umrechnungskurs zwischen Euro und Dollar. Der Geldkurs ist hier stets niedriger als der Briefkurs. Bedeutet: Sie bekommen für den Geldkurs pro Euro weniger Dollar als für den Briefkurs. Möchten Sie jetzt also in den USA am Automaten Geld abheben, greif der aktuelle Geldkurs von Euro zu Dollar Ihrer Bank. Zahlen Sie hingegen mit Kreditkarte, wird der aktuelle Briefkurs von Euro zu Dollar fällig. Da der Briefkurs allerdings immer höher liegt, sollten Sie die Zahlung mit Kreditkarte der Barabhebung am Automaten stets vorziehen. Letztlich macht es keinen sehr großen Unterschied, über einen gewissen Zeitraum kann man dadurch aber auch den einen oder anderen Dollar sparen.

Kreditkarte USA – Eine Empfehlung

Da ich mich persönlich gerade für längere Zeit in den USA aufhalte, stand ich irgendwann selbst vor derselben Entscheidung wie Sie. Meine Wahl fiel auf die Gebührenfrei MasterCard Gold der Advanzia Bank aus Berlin. Anfangs war ich bei dem Angebot durchaus etwas skeptisch, da ich zum einen das Geschäftsmodell der Bank nicht ganz durchblickte und zum anderen die häufige Werbung des Betreibers im Internet auffällt. Irgendwann habe ich mich dann für die Karte entschieden, dass war vor über drei Jahren, also noch lange vor meinem USA-Aufenthalt. Das Fazit: Durchwegs positiv!

Vorteile

Sobald man auf die Seite zur gebührenfreien MasterCard Gold surft, werden einem bereits die Vorteile präsentiert. Die wichtigsten hierbei sind:

  • Keine Jahresgebühr (dauerhaft und unbefristet)
  • Keine Auslandseinsatzgebühr (weltweit)
  • Keine Gebühren für Bargeldabhebung
  • Zinsfreies Zahlungsziel für Einkäufe bis zu 7 Wochen
  • Schneller Kundenservice ohne lange Wartezeit (persönlich bereits vielfach getestet)
  • Reiseversicherung bei Bezahlung von mindestens 50% der Gesamttransportkosten mit der Kreditkarte (Reisedauer zwischen 2 und 90 Tagen). Weitere Infos zur Versicherung

Zusätzlich finde ich es sehr lobenswert, dass die Advanzia Bank vor allem bei Zahlungen in Dollar bei den jeweiligen Posten auf der Kreditkartenabrechnung die Wechselkurse angibt:

Nachteile und „Der Haken“

  • Keine automatische Abbuchung der Kreditkartenabrechnung vom Konto
  • Kreditkartenabrechnung nur per E-Mail
  • Komplizierte Kostenstruktur bei Bargeldabhebungen
  • Guthabenführung nur in Ausnahmefällen möglich (nach vorheriger Rücksprache mit der Bank)
  • Kreditlimitvergabe intransparent

Bei so einem wirklich guten Angebot sucht man sofort einen Haken. Diesen gibt es auch, genauer gesagt sind es zwei, weshalb man die Kreditkarte nicht grundsätzlich jedem empfehlen kann.

Der erste Haken: Es gibt keine Möglichkeit die Kreditkartenabrechnung automatisch zu begleichen. Das bedeutet: Sie bekommen am Anfang eines Monats, in der Regel am 3ten, eine E-Mail von der Advanzia Bank mit der Rechnung. Diese Rechnung müssen Sie innerhalb von 3 Wochen (immer zum 20. eines jeden Monats) begleichen. Tun Sie das nicht, werden Mahngebühren in Höhe von 4,90 Euro und Sollzinsen von jährlich 19,94 %, das sind 1,53 % monatlich, fällig.

Der zweite Haken: Die Bargeldabhebung an sich ist zwar kostenlos, allerdings wird ab dem Tag der Bargeldabhebung ein Sollzins in Höhe von 23,95% jährlich bzw. 1,81 % monatlich auf den abgehobenen Betrag fällig. Hört sich auf den ersten Blick nach viel Geld an, muss es aber nicht unbedingt sein.

Rechenbeispiel: Sie heben am 15. des Monats mit Ihrer Kreditkarte 200 Euro Bargeld ab. Die Rechnung begleichen Sie gleich nach Eingang, also am 3. des Folgemonats. Somit haben Sie mit Berücksichtigung der Banklaufzeit ungefähr 20 Tage einen Kredit in Anspruch genommen. Die Kosten dafür betragen 2,41 Euro (200 Euro * 1,81 % / 30 Tage * 20 Tage).

Sie haben allerdings auch die Möglichkeit, Ihre Rechnung bereits vorzeitig zu begleichen. Beispielsweise könnten Sie bereits am gleichen Tag der Bargeldabhebung das Geld an die Advanzia Bank überweisen. In der Regel wird diese das Geld dann 2 Tage später erhalten, wodurch Ihnen im obigen Rechenbeispiel nur Kosten in Höhe von 0,24 Euro entstehen.

Hinweis: Es ist leider nur möglich, den kompletten Sollbetrag der Kreditkarte auszugleichen. Haben Sie die Karte also im selben Monat bereits öfter genutzt, müssen Sie den vollständigen Betrag begleichen. Es ist somit nicht möglich, nur den Betrag der Bargeldabhebung zu bezahlen.

Zieht man an dieser Stelle den Vergleich beispielsweise mit einer Bargeldabhebung mit der heimischen EC-Karte einer Sparkasse, so sind die Gebühren im Vergleich sehr niedrig. Die Sparkasse verlangt beispielsweise für jede Bargeldabhebung in den USA pauschal 5 Euro, zusätzlich kommen noch Gebühren der Fremdbank in den USA in Höhe von mindestens 1,10 Dollar hinzu.

Zusätzlich zeigen einige Kundenberichte, dass die Vergabe des Kreditlimits teilweise etwas intransparent erfolgt. So starten Studierende oft bei einem Kreditlimit von ca. 200 Euro. Wird die Karte dann über einen Zeitraum von ein paar Monaten regelmäßig genutzt, steigt das Kreditlimit sehr schnell bis zum Maximalbetrag von 5.000 Euro an. Aus diesem Grund empfiehlt es sich auch, die Kreditkarte bei einem anstehenden Auslandsaufenthalt bereits vorzeitig zu erwerben, sodass man bereits eine positive Zahlungsbilanz gegenüber der Bank vorweisen kann und das Kreditlimit bereits entsprechend erhöht werden kann. Selbstverständlich kann das Kreditlimit aber auch nach Rücksprache der Bank nach ausführlicher Prüfung erhöht werden.

Weitere spezifische Fragen und Antworten hat das Unternehmen in einer FAQ zusammengefasst.

Fazit

Wie im Text bereits erwähnt, kann man die Kreditkarte nicht uneingeschränkt jedem empfehlen. Der Grund ist die fehlende Möglichkeit, den Rechnungsbetrag von einem Konto direkt und automatisch abbuchen zu lassen. Überprüft man allerdings seine E-Mails regelmäßig und führt auch die Zahlungen stets pflichtbewusst aus, dann kann man die Gebührenfrei MasterCard Gold – wie beispielsweise in meinem Fall – auch über mehrere Jahre vollkommen kostenfrei verwenden. Auch bei Zahlungen in den USA fallen, abgesehen von dem Sollzins auf einen in Bar ausgezahlten Betrag, keinerlei Gebühren an, was diese Karte vor allem für Studierende im Auslandssemester sehr attraktiv macht. Hier sollte man allerdings auf eine frühzeitige Beantragung achten und bereits einige Zahlungen ausgeführt haben, damit das Kreditlimit bereits entsprechend angepasst wurde.

(Artikelbild: © Webdesigner Depot – iconfinder.com)

Veröffentlicht von Josef Seidl

Josef Seidl hat an der TU München und der Stanford University Wirtschaftsinformatik studiert, bevor er mit INNOSPOT sein eigenes Unternehmen gründete. Er ist begeistert von Technik, schätzt performante Webseiten und ist gerne in den Bergen unterwegs. Zu finden ist er auch bei LinkedIn und privat bei Twitter.