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Was sind Bitcoins?

In den Artikeln der großen Presseagenturen unseres Landes finden Sie bereits Ihren Platz: Die Rede ist vom Bitcoin. Doch die wenigsten können mit diesem Begriff tatsächlich etwas anfangen. In diesem Artikel möchte ich Ihnen das Grundprinzip von Bitcoins erklären und auf die vermeintlichen Auswirkungen dieser modernen Währung eingehen.

Was sind Bitcoins?

Bitcoin (BTC) ist eine elektronische Währung, die dezentralisiert mittels eines Peer-to-Peer-Netzwerks im Internet erzeugt sowie auf Basis von digitalen Signaturen verschlüsselt wird.

Das bedeutet im Klartext: Bitcoins werden ausschließlich elektronisch erzeugt, wodurch es keinerlei Bitcoins in gedruckter / geprägter Form gibt. Es gibt auch keine – wie bei allen etablierten Währungen üblich – zentralen Druck- und Prägestätten. In Deutschland gibt es für den Euro beispielsweise derzeit noch fünf Prägestätten in Berlin (A), München (D), Stuttgart (F), Karlsruhe (G) und Hamburg (J). Bei Bitcoins geschieht die „Prägung“ auf einem vollkommen anderen Weg, nämlich durch das sogenannte „Mining“ (siehe später im Artikel). Um die Sicherheit der Währung im Internet zu gewährleisten, werden zusätzlich digitale Signaturen zur Verschlüsselung eingesetzt.

Die dezentralisierte Erzeugung von Bitcoin in einem Peer-to-Peer-Netzwerk

Wie im ersten Absatz bereits erwähnt, werden Bitcoin nicht gedruckt sondern elektronisch erzeugt. Dies kann prinzipiell auf jedem Computer (Peer-to-Peer) weltweit geschehen, der die notwendige Software installiert hat. Also beispielsweise auch auf Ihrem Computer Zuhause.

Bitcoin Mining – Geld „drucken“ mit dem eigenen Computer

Unter Mining versteht man die Generierung von sogenannten Blöcken zur Gewinnung von „Bitcoins“. Gültige Blöcke können durch das Lösen einer mathematischen Aufgabe erzeugt werden. Dies ist vergleichbar mit dem Schürfen nach Edelmetallen. Allerdings wird das Lösen dieser mathematischen Aufgabe immer schwieriger, je mehr Anwender sich daran beteiligen. Gesteuert wird das Ganze über eine im Algorithmus hinterlegte Variable (Schwierigkeitsgrad), die in regelmäßigen Zeitabständen so angepasst wird, dass im Schnitt alle 10 Minuten 25 neue Bitcoins generiert werden. Alle 4 Jahre wird diese Zahl halbiert, sodass letztlich eine Geldmenge von 21 Millionen Bitcoins nicht überschritten werden kann.

Hat man einen gültigen Block erzeugt, kann dieser für die nächste Transaktion im Bitcoin-Netzwerk verwendet werden und man erhält eine Transaktionsgebühr in Form von Bitcoins (bzw. einen kleinen Teil eines Bitcoin).

Das Mining per CPU mit einem normalen Computer oder Laptop dauert beim aktuellen Schwierigkeitsgrad bereits sehr lange (mehrere Jahre). Das Bitcoin-Mining lohnt sich deshalb in der Regel nur auf Grafikprozessoren mit spezieller Hardwareanforderung und geringem Stromverbrauch.

Bitcoins kaufen

Für das Bitcoin-Mining wird die Investition in teure Hardware vorausgesetzt. Aus diesem Grund ist der Kauf von Bitcoins für viele Anwender die einfachste und komfortabelste Möglichkeit. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen:

  • Online-Börsen (Bitcoin Exchanges)
  • Handelsplattformen für lokale Privatpersonen
  • Wechselstuben (Tausch von EURO / USD in Bitcoins)

Eine Übersicht über verschiedene Handelsplattformen finden Sie auf de.bitcoin.it.

Verschlüsselung und Sicherheit

Eine Transaktion wird durch die Verwendung des asymmetrisch kryptographischen ECC-Verfahrens und durch digitale Signaturen mittels einer doppelt angewendeten Hashfunktion geschützt. Durch diesen Schutzmechanismus ist eine Fälschung von Transaktionen nach heutigem Wissensstand praktisch ausgeschlossen.

Allerdings erfordert die Währung in puncto Sicherheit die technische Affinität des Anwenders: Alle Transaktionen werden in einer öffentlich verteilten Datenbank gespeichert, das Eigentum an Bitcoins (das sogenannte Bitcoin-Wallet) durch den Benutzer allerdings nicht. Dieser kann den Besitz von Bitcoins nur durch den privaten Schlüssel (asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren) auf seinem lokalen Rechner nachweisen. Gehen diese privaten Schlüssel verloren, verliert der Benutzer sein gesamtes Bitcoin-Vermögen. Dies ist vergleichbar mit dem Verlust der realen Geldbörse.

Vor- und Nachteile der digitalen Währung

Vorteile

  • Begrenzte Geldmenge (21 Millionen Bitcoins) und dadurch geschützt vor Inflation
  • Keine Kontrolle durch Institutionen oder politische Entscheidungsträger
  • Dezentrale Organisation
  • Freie Zugänglichkeit durch OpenSource Software
  • Anonym (vergleichbar mit Bargeld)
  • Fälschungssicher
  • Niedrige Transaktionskosten beim Handel und keine Kontoführungsgebühren

Nachteile

  • Hohe Spekulationsgefahr
  • Gefahr des vollständiges Verlustes durch Datenverlust oder Einbrüchen bei Online-Börsen
  • Risiko starker Einschränkung durch den Gesetzgeber bei Maßnahmen gegen Geldwäsche
  • Möglichkeit einer hohe Deflation der Währung
  • Steuerliche Fragen zum Teil noch ungeklärt

Auswirkung

Durch die zunehmende Akzeptanz von Unternehmen beim Empfang von Bitcoin (u.a. WordPress.com) gerät die Währung auch verstärkt in den Fokus des Staates. Durch die Gewährleistung der Anonymität bei jeder Transaktion, können Gelder relativ leicht vor den Augen des Fiskus verschwinden. Laut Bitcoin.de bieten erste Online-Unternehmen wie z.B. das Internet-Archiv seinen Mitarbeitern bereits die Möglichkeit, sich auf Wunsch ihr Geld in Bitcoins auszahlen zu lassen. In der Konsequenz können bei steigendem Zahlungsverkehr über die neue elektronische Währung die Einkommens- und Vermögensverhältnisse vom Staat nicht mehr offen eingesehen werden. Eine persönliche Besteuerung wäre dann unter Umstände nicht mehr möglich.

Wie sich die Währung weiterentwickelt ist zurzeit noch unklar. Aktuell erklimmt die elektronische Währung ein neues Allzeithoch (Stand: 09. April 2013: 160,00 € je Bitcoin).

(Artikelbild: Public Domain)

Veröffentlicht von Josef Seidl

Josef Seidl hat an der TU München und der Stanford University Wirtschaftsinformatik studiert, bevor er mit INNOSPOT sein eigenes Unternehmen gründete. Er ist begeistert von Technik, schätzt performante Webseiten und ist gerne in den Bergen unterwegs. Zu finden ist er auch bei LinkedIn und privat bei Twitter.

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